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Auftaktversammlung in Geisenfeld

Von Wohnraum bis Jugendkreistag

Als neue gestaltende Kraft auf Kreisebene stellte sich die Bürgerliste landkreis pfaffenhofen e.v. anlässlich des Beginns der „heißen Phase" des Kommunalwahlkampfs im voll besetzten Saal des Gasthauses Glas in Geisenfeld vor. Landratskandidat Karl Huber sowie die Kandidatinnen und Kandidaten für den Kreistag präsentierten ihre Ideen und Vorschläge für die Herausforderungen der Zukunft. Im Mittelpunkt standen dabei die Bereiche Bauen und Wohnen, Bürgerbeteiligung und kommunale Zusammenarbeit, Soziales/Jugend/Pflege, Wirtschaft, Digitalisierung, Gesundheit/Ilmtalklinik sowie Umwelt/Energie/Mobilität.

Auftaktversammlung im Geisenfelder Hof

„Hocherfreut bis überwältigt" zeigte sich der Vorsitzende der Bürgerliste Xaver Dietz über das große Interesse an den Themen der Bürgerliste. Dazu konnte er auch den weiteren Stellvertreter des Landrats Josef Finkenzeller begrüßen. "Wir sind ideologiefrei und verstehen die Kreispolitik als vernetzte und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Gemeinde– und Kreisgremien unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger", so Dietz. Zudem grenzt sich die Bürgerliste klar gegen alle radikalen Tendenzen nach "rechts und links" ab. Den Landratskandidaten Karl Huber bezeichnete er als "Glücksfall" für die Bürgerliste. Huber könne mit seiner großen Erfahrung, seinem kommunalpolitischen Geschick, seiner Führungsqualitäten und seinem Einfühlungsvermögen das Amt des Landrats sofort ausfüllen. Wenn er gewählt werde, könne er "ohne Lehr– oder Einarbeitungszeit" sofort loslegen und die vielfältigen Aufgaben bearbeiten.

Karl Huber

Landratskandidat Karl Huber seinerseits betonte in seiner Rede, die großen Herausforderungen der nächsten Jahre „mit allen gut gesinnten Kräften" gemeinsam lösen zu wollen. Ich werde im Fall meiner Wahl konstruktiv und lösungsorientiert arbeiten. Wir wollen mit unserer Arbeit einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger schaffen". Der Wahlspruch der Bürgerliste "Miteinander. Menschlich. Machen." sei Programm. Man habe eine ausgewogene Liste „mit einem erfreulich hohen Frauenanteil und hohem fachlichen Kompetenzen".

Der Landratskandidat verwies auf die breite Palette der Themen, die die Bürgerliste in einer Zukunftswerkstatt und mit Bürgerbeteiligung über die Internetseite erarbeitet hat. Huber selbst ging vor allem auf das "Mega-Thema Wohnraum" ein, das vielen Menschen besonders unter den Nägeln brenne. Man müsse dieses Thema im Fokus behalten, zumal der Landkreis Pfaffenhofen nach einer Prognose in den nächsten zehn Jahren weiter wachsen wird, jährlich um ca. 1000 Einwohner. Gründe dafür seien vor allem die Wirtschaftsstärke des Landkreises, Wanderungsbewegungen von Nord nach Süd und von Ost nach West, ferner die Migration und die Zunahme der Geburten. Wohnen dürfe "kein Luxusgut werden". Bei allen Appellen zum Flächensparen müssten sich die Gemeinden diesbezüglich noch entwickeln können. Eine gezielte und maßvolle Nachverdichtung unter Einbeziehung der Baulücken sei ebenso wichtig wie die Ausnutzung der "vollen Fördertöpfe" im sozialen Wohnungsbau. Bei Genehmigungen sei es erforderlich, alle rechtmäßigen Ermessensspielräume zu Gunsten der Bürgerinnen und Bürger anzuwenden. Er verwies darauf, dass die Gemeinde Ernsgaden im Rahmen eines kommunalen Investitionsprogramms derzeit elf öffentlich geförderte Wohnungen baut. "Gut ist, was Wohnraum schafft", so Huber. Es gebe viele Wege, diese Problematik zu lösen. Wichtig sei es, „los zulegen und zu machen". Er werde landkreisweit alle Initiativen unterstützen, die „zu mehr Wohnraum führen".

Auch der Landkreis Pfaffenhofen werde weiterhin kräftig investieren, so zum Beispiel im die Sanierung des Schyren-Gymnasiums, den Neubau der Realschule Geisenfeld, die Generalssanierung der Ilmtalklinik, die Auslagerung und Neubau des Kreisbahnhofs sowie einen weiteren Verwaltungsbau für das Landratsamt. Huber regte an, bei den Maßnahmen, die noch nicht begonnen sind, "nichts übers Knie zu brechen", sondern „sorgfältig und überlegt" vorzugehen.
Der Landratskandidat ging auch auf die besondere Situation des Landkreisnordens ein und sagte allen Initiativen, die gegen verschiedene Belastungen kämpfen, sei es PFC, Flutpolder, Hochwasserfreilegung oder auch der Fluglärm und der Schwerlastverkehr durch Ortschaften die „volle Unterstützung" der Bürgerliste zu.

Annette Schütz-Finkenzeller

Im Anschluss nahmen einzelne Kandidaten noch zu weiteren Themen der Bürgerliste Stellung. Annette Schütz-Finkenzeller (Diplomverwaltungswirtin und Gemeinderätin aus Gerolsbach) präsentierte die Ideen der Bürgerliste zu Verwaltungsvereinfachung und beschleunigten Genehmigungsverfahren und setzte sich für einen Ausbau der kommunalen Zusammenarbeit ein. Listenplatz 14 auf der Kreistagsliste.

Gabi Kaindl

Gabi Kaindl (Erzieherin und 2. Bürgermeisterin Schweitenkirchen) brachte den Fachkräftemangel bei den Pflegeberufen zur Sprache und warb für die Sozialmesse am 1. Februar in Wolnzach. Es sei wichtig, den Pflegeberufen in allen Bereichen (Kindertagesstätten, Kliniken, Senioren) einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert zu verschaffen. Ferner müsse Quereinsteigern der Neustart in diesen Berufen erleichtert werden. Im Blick müsse man weiter an der Vereinbarkeit von Beruf und Familie arbeiten. Um die Jugendlichen wieder mehr für die Kommunalpolitik zu interessieren, schlug sie einen Jugendkreistag vor, der in der nächsten Wahlperiode des Kreistags eingerichtet werden soll. Listenplatz 6 auf der Kreistagsliste.

Bernd Huber

Bernd Huber (Ehrenvorsitzender des Wirtschaftsbeirats) plädierte dafür, alles dafür zu tun, dass der Landkreis Pfaffenhofen "ein starker Wirtschaftsstandort" bleibt. Er werde sich weiterhin "mit aller Kraft für die wirtschaftlichen Belange einsetzen". Die Wirtschaft brauche insbesondere kürzere behördliche Genehmigungsverfahren und die Begleitung bei der Einführung ökologisch orientierter Technologien. In der Landwirtschaft gehe es darum, Ökonomie und Ökologie zu zusammenzuführen. Listenplatz 11 auf der Kreistagsliste.

Katharina Missbrandt

Die Diplom-Wirtschaftsinformatikerin Katharina Missbrandt berichtete über Möglichkeiten der Förderung des Breitbandausbaus. Dies sei eine wichtige Basis, um sowohl im wirtschaftlichen als auch im privaten Bereich mit der digitalen Entwicklung Schritt zu halten. Listenplatz 9 auf der Kreistagsliste.

Paul Weber

Zum Thema Gesundheit verwies Paul Weber (Leiter der Rettungswache Geisenfeld) auf die besonderen Herausforderungen an der Ilmtalklinik. Die Situation bei der stationären Versorgung Huber sei deutschlandweit sehr angespannt und der Landkreis Pfaffenhofen werde nach wie vor die Ilmtalklinik finanziell unterstützen müssen, damit diese "über die Runden kommt". Bei der ärztlichen Versorgung werde man darauf achten, dass der ländliche Raum "in Zukunft den Anschluss nicht verliert". Ziel sei es, in allen Landkreisteilen die Rettungsfristen einzuhalten und die Rettungswachen ausreichend mit Notärzten zu besetzen. Listenplatz 8 auf der Kreistagsliste.

Xaver Dietz

Im Bereich Umwelt, Energie und Mobilität betonte Xaver Dietz die Wichtigkeit ökologischer Wirtschaftsweisen, wobei es seiner Meinung nach darum geht, "die Menschen mitzunehmen". Die Bürgerliste ist für pragmatische Gesamtlösungen unter Einbindung von Freistaat und Bund mit dem Landkreis als Motor. Nachhaltige Lösungen seien gefordert, Aktionismus sei fehl am Platz. Im Naturschutz müssten die Biotopverbundsysteme gestärkt und gefördert werden, um die Artenvielfalt zu erhalten. Beim öffentlichen Nahverkehr werde sich die Bürgerliste für Zubringerbusse zu den Bahnhöfen und vernetzte Rufbussysteme einsetzen. Bei den alternativen Energien könne man sich den Ausbau der Fotovoltaik an Hauptverkehrsstraßen und Bahnlinien sowie der regenerativen Energiequellen vorstellen. Listenplatz 3 auf der Kreistagsliste.

Artikel im Pfaffenhofener Kurier 15. Januar 2020

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