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Zur Situation der Unternehmen im Landkreis Pfaffenhofen:

Autor: root 03.05.2021

Licht und Schatten über der Landkreiswirtschaft

Die Corona-Pandemie hat und wird Spuren im Wirtschaftsleben unseres Landkreises hinterlassen. Zur aktuellen Lage eine Einschätzung von Bernd Huber, Ehrenvorsitzender und Vorstand des Wirtschaftsbeirats im Landkreis Pfaffenhofen:

„Wir haben eine interessante Unternehmerlandschaft in unserem Landkreis, keine Monostruktur wie in anderen Wirtschaftsräumen, sondern viele Betriebe mit einer sehr gemischten Unternehmensstruktur von produzierenden und verarbeitenden Betrieben sowie sehr leistungsfähige Handels- und Dienstleistungsunternehmen", so der Wirtschaftsexperte.

Wie Bernd Huber kürzlich darstellte, können die Produktionsbetriebe in den Bereichen Metall, Maschinen, Werkzeuge, Anlagentechnik, die noch bis vor vier bis sechs Wochen Umsatzrückgänge von bis zu 40 % verkraften mussten, aufgrund der unerwartet gut beschäftigten Fahrzeugindustrie und des Maschinenbaus nun auch größere Aufträge vermelden, so dass teilweise sogar die Kurzarbeit abgebrochen werden konnte.

Bei den Herstellern von Verpackungen aus Papier und Folien wird durchwegs wieder von einer guten Beschäftigung berichtet, nicht so sehr von der Wertschöpfung. Der Grund: Die Preise von Rohstoffen sind innerhalb kurzer Zeit bis zu 60 Prozent gestiegen und man muss weiter mit einer Verknappung rechnen.

Bernd Huber: „Im Landkreis Pfaffenhofen haben wir beachtenswerte Betriebe mit Marktnischencharakter" Diese so genannten "Hidden Champions" könnten auch in der jetzigen schwierigen Zeit eine eigene "Firmenkonjunktur mit Zuwachsraten vermelden".

Auf eine ähnliche Situation können die Dienstleistungsbetriebe verweisen, die Transportunternehmen partizipieren von der guten Auftragslage des Maschinenbaus, der Automobilhersteller sowie bei Chemie, Pharmazie, Nahrungs- und Lebensmittel und bei Sport- und Bergschuhen.

„Dagegen hat sich die Situation im Handel dramatisch verschlechtert," berichtet Bernd Huber. Es gibt nach wie vor keine Perspektive für den Einzelhandel, die Gastronomie, Hotels, Reisebüros, die Eventbranche, Sportbranche (insbesondere Fitness-Studios), die Kulturschaffenden und bei den Solo-Unternehmern verschiedener Branchen.

Obwohl der Handel und die Gastronomie sehr gute Hygienekonzepte entwickelt hatten, gibt es nach wie vor keine Öffnungen, bedauert Huber. Viele Betroffene würden sagen, "es kann doch auch der Regierung nicht egal sein, dass diese Wirtschaftszweige einfach sterben".

Bernde Huber: „Für viele heißt es nun, endgültig zu schließen, weil sie keinen weiteren Monat überleben können und teilweise alle Ersparnisse und sogar die Altersvorsorge aufgebracht sind." Die Maßnahmen der Politik würden hier nach wie vor als unverhältnismäßig angesehen. Ende April ist die Aussetzung der Insolvenzordnung zu Ende gegangen, eine Pleitewelle sei sehr wahrscheinlich.

Das Handwerk in all seinen Sparten ist mit guten bis sehr guten und langfristigen Aufträgen versorgt, so Huber. Im Landkreis verfüge man über sehr leistungsfähige und hochqualifizierte Unternehmen. Insbesondere das Bauhandwerk sei sehr gut aufgestellt. Allerdings würden einige Betriebe berichten, dass sich auch hier - nicht zuletzt aufgrund von weniger Aufträgen der öffentlichen Hand- langsam "Bremsspuren" bemerkbar machen.

Industrie und Handwerk im Landkreis Pfaffenhofen

Noch sieht es auf dem Arbeitsmarkt gut aus, das liegt auch an der Kurzarbeit. Bernd Huber: „Würde es das Instrumentarium Kurzarbeit nicht geben, dann sähe es in unserem Landkreis ganz anders aus. So liegen also Licht und Schatten eng wie kaum zuvor beieinander."

Bernd Huber ist Vorstand und Ehrenvorsitzender des Wirtschaftsbeirats im Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm, www.wirtschaftsbeirat-pfaffenhofen.de
Er ist Mitglied der Bürgerliste Landkreis Pfafenhofen.

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